Faber-Castell

Quelle: Wikipedia

Der Hersteller Faber-Castell ist eine Aktiengesellschaft, die Schreibwaren und dekorative Kosmetik herstellt. In einem Jahr produziert das Unternehmen etwa zwei Milliarden Holzstifte und ist daher der weltweit größte Fabrikant in diesem Bereich. Das Unternehmen konzentriert sich vor allem auf die Herstellung von Farbstiften. Faber-Castell umfasst 20 Vertriebsgesellschaften und 14 Fertigungsstätten. Das Unternehmen beschäftigt circa 7000 Mitarbeiter und besitzt die größte Farbstiftfabrik der Welt, die sich in São Carlos (Brasilien) befindet. Seit seiner Gründung ist Faber-Castell ein Familienunternehmen, das nunmehr in der achten Generation tätig ist. Es zählt zu den ältesten Industrieunternehmen weltweit.

Bereits 1761 wurde die Firma von Kaspar Faber in Stein bei Nürnberg gegründet. Der kleine Handwerksbetrieb fertigte Bleistifte, die auf dem Markt in Nürnberg angeboten wurden. Nach dem Tod von Georg Leonard Faber wurde der Sohn Lothar von Faber sein Nachfolger. Er entwickelte den ersten Marken-Bleistift: „A.W. Faber“. 1843 begann der Vertrieb in Amerika über eine New Yorker Agentur. Sechs Jahre später wird ebenfalls in New York die erste ausländische Niederlassung gegründet. Die Internationalisierung begann. Kurz darauf folgten weitere in London, Paris sowie Vertriebsagenturen in Wien und St. Petersburg. 1851 führte Lothar von Faber eine richtungweisende Bleistiftnorm mit bestimmten Längen und Härtegraden ein, die noch heute gilt.

Wilhelm von Faber trat 1877 in die Fußstapfen seines Vaters. Durch den Verlust seiner beiden einzigen Söhne erlitt er einen Schicksalsschlag und starb bereits im Alter von 42 Jahren. Deshalb übernahm Lothar von Faber bis zu seinem Tod wieder die Geschäfte. Nach seinem Tod übernahm seine Frau, Ottilie Freifrau von Faber, das Unternehmen. Wilhelm Fabers älteste Tochter erbt schließlich das Familienunternehmen. Bei ihrer Heirat mit Grafen Alexander zu Castell-Rüdenhausen musste dieser den Namen Faber in seinen Namen integrieren, sodass sie ab 1898 Faber-Castell hießen, wonach auch das Unternehmen benannt wurde. 1905 brachte das Unternehmen die Marke „Castell“ auf den Markt.

In der siebenten Generation übernahm Roland Graf von Faber-Castell die Unternehmensleitung. Ein Durchbruch erzielte 1948 der „TK-Stift“ auf dem internationalen Markt, der speziell für das technische Zeichnen entwickelt wurde. In den 60er und 70er Jahren begann Faber-Castell mit der Fertigung von Textmarkierern und Faserstiften.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1978 trat Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell die Unternehmensführung an. Er erweiterte das Produktsortiment um holzgefasste dekorative Kosmetikstifte. Zu Beginn der 90er Jahre entwickelte das Unternehmen eine Wasserlack-Technologie, die besonders umweltfreundlich ist. Da Faber-Castell ein Unternehmen ist, das besonders sozial sowie ökologisch nachhaltig agiert, wird ihm 2006 der „Preis der Arbeit“ vom Forum Zukunftsökonomie verliehen.


www.faber-castell.de